Wohnen muss bezahlbar sein!

Aus Wiki der SPD Mainz
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Mainz boomt und ist ein gefragter Wohnstandort. Als lebenswerte Wissenschafts- und Landeshauptstadt, als Stadt mit guter Infrastruktur im Rhein-Main-Gebiet ist der Bedarf nach Wohnraum in Mainz besonders hoch. Entsprechend hat sich Mainz für Mieter zu einem teuren Pflaster entwickelt. Im unteren Mietsegment sind die Mieten binnen vier Jahren um 14% gestiegen.

Geplante Neubauvorhaben wie der „Winterhafen“ oder der „Zollhafen“ werden erfreulicherweise das Angebot vergrößern, sind aber auch nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung überhaupt erschwinglich.

Ziel der Mainzer SPD ist es, dass alle Menschen angemessenen und bezahlbaren Wohnraum finden können. Das bleibt eine Grundaufgabe sozialdemokratischer Kommunalpolitik. Wir begrüßen, dass die Landesregierung die soziale Wohnraumförderung weiterentwickeln will. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für kommunale Aktivitäten.

Das Angebot von Wohnungen für Familien mit mehreren Kindern ist zu gering. Obwohl Mainz die Stadt ihrer Wahl ist, weichen viele Familien in das Umland aus. Insbesondere Familien und Einzelpersonen mit kleinen und mittleren Einkommen finden kaum noch Wohnungen zu erschwinglichen Mieten. Diese Entwicklung trifft Pflegekräfte, Polizeibeamte, Erzieherinnen, Verkäuferinnen, Verwaltungsangestellte u. a. mehr. Sie alle arbeiten in Mainz, finden aber immer häufiger keine bezahlbare Wohnung mehr. Der Bestand an günstigen Wohnungen muss langfristig erhalten werden. Die Privatisierung von Wohnungen kommt für die SPD nicht in Frage.

Die SPD fordert ein kommunales Wohnraumkonzept für Mainz. Dazu gehört für uns:

Wir wollen, dass verstärkt bezahlbarer Wohnraum geschaffen und erhalten werden kann. Gerade Familien, Haushalte mit Kindern, Alleinerziehende, ältere und junge Menschen, Menschen mit niedrigem Einkommen und Menschen mit Behinderung sind stark darauf angewiesen.

Wir wollen, dass der Wohnraum besser an die Erfordernisse des demographischen Wandels angepasst wird. Senioren sollen möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können; dies setzt für die Zukunft ein weitaus größeres Angebot an barrierefreiem Wohnraum voraus, der auch Menschen mit Behinderung allen Alters zugute kommt.

Wir wollen eine starke Wohnbau als kommunales Wohnungsunternehmen, um Versorgungsfragen anzupacken und als Partner für eine soziale Stadtentwicklung.

Wir wollen kommunale Strategien entwickeln, um einen funktionierenden Wohnungs-(teil)markt mit preiswertem Wohnraum zu erhalten, auf dessen Bestände die Stadt zugreifen kann.

Wir wollen ein größeres Angebot an bezahlbarem studentischen Wohnraum in Mainz. Trotz des Baus mehrerer neuer Wohnheime gibt es für Studierende zu wenig Wohnraum. Die Zahl der Studierenden hat inzwischen die 40.000 überschritten. Die Zahl der Wohnheimplätze in gemeinnütziger Trägerschaft mit jetzt etwas mehr als 3.000 reicht bei weitem nicht aus.

Wir wollen neue Wohnformen und Wohnkonzepte, auch vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels. Dazu gehört beispielsweise das generationenübergreifende Wohnen, aber auch genossenschaftlich geprägte Wohnformen.

Nach unserem Verständnis gehören sozialer Wohnungsbau, der Mieterschutz, die Erweiterung von barrierefreiem Wohnraum, die Sicherung sozialer Ausgewogenheit in den Stadtteilen und neue Akzente für zukunftsweisende Wohnformen zusammen.

Deshalb wird die SPD Mainz, Stadtratsfraktion und Unterbezirksvorstand gemeinsam, im kommenden Jahr ein kommunales Wohnraumkonzept entwickeln, das kommunalpolitische Strategien für bezahlbaren Wohnraum initiiert.


Beschlossen auf dem Unterbezirksparteitag am 3. September 2011.